.... ein Meilenstein aus Berlin.

USCHI GLAS UND IHR RECHTER ANWALT

Prominente habe es schon nicht leicht: Da zeigte die Schauspielerin Uschi Glas in einer Schweizer Illustrierten ihren deutschen Personalausweis mit Stolz daher und ahnte anscheint nicht, dass zwei Berliner Polizisten auf die Idee kommen könnten, mittels ihrer Personalausweisnummer einige Ermittlungen gegen Internet-Pornoanbieter anzustellen. Doch damit nicht genug der Gemeinheit gegenüber der Frau Glas:

Letzte Woche wurde ihre Klage auf 20.000 Euro Schmerzensgeld vor einem Berliner Gericht verhandelt. Die Richterin Anne-Kathrin Becker schien, laut Berliner Zeitung, schon zu Beginn keinen Hehl daraus zu machen, dass sie der Klage negativ gegenüber steht. Und so kam es dann auch: Antifaschisten kennen dies ja zur Genüge, wenn es vor Gericht gegen Polizeibeamte geht, dann wissen die Richter schon recht häufig vor dem offiziellen Bekanntgebung, wie das Urteil aussehen wird. Aber das ist heute nicht Thema: Interessant an diesem Justizgeplänkel ist einzig folgende Tatsache, die ein Prozessbeobachter knallhart auf den Punkt brachte: "Uschi Glas ihr Anwalt war ein Neonazi, und ist es wahrscheinlich immer noch!"

Ein Neonazi - der Anwalt von der Uschi und ihrem Sohn Benjamin Tewaag?

Ja, so drastisch wie es der Beobachter ausdrückte ist es auch... Es handelt sich bei dem Anwalt um Markus Roscher, der in den letzten Jahren viele Schlagzeilen dadurch machte, dass er die Firma der rechtsextremen Bekleidungsmarke 'Thor Steinar' vor Gericht vertrat und außerdem sein Glück als Jammerbarde versuchte.

Früher war der 'Nationalliberale' ein Ziehsohn von Jürgen W. Möllemann. Aber schon früh wandte sich Roscher von seiner Mutterpartei ab. Ende der 90er Jahren war er dann gemeinsam mit seinem Anwalts-Kompagnon Eckart Johlige kurz in dem rechten Sammlungsversuch Bund freier Bürger (BFB) aktiv. 1997 organisierte der Burschenschaftler mit dem Rechtsökologen und ehemaligen Grünen-Mitglied Alfred Mechtersheimer, der sich in den 90er Jahren »als Theoretiker und Praktiker des nationalen Befreiungskampfes für ein neues Deutschland« verstand, eine Veranstaltung, um dann gleich ein Jahr später gemeinsam mit dem Busenfreund Thorsten Witt, dem Vorsitzenden des Berliner BFB, gegen das damals gerade geplante Holocaust-Mahnmal zu demonstrieren. Roscher selbst war eine zeitlang stellvertretender Vorsitzender des BFB.

Danach wechselte er, nicht wie einer seiner Kameraden aus dem Berliner BFB, Rene Bethage, zur NPD, sondern zur CDU. Dort versuchte er im Kreisverband Pankow sehr energisch Kandidat für den Bundestag oder wenigstens den Landtag zu werden. Doch auch die Unterstützung durch CDU-Rechtsaußen Heinrich Lummer nützte nichts. Nach einigen Querelen erkannten sogar in der Pankower CDU einige Mitglieder, dass der Roscher ein wenig zu extrem für sie war...

1.8.05 17:14

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


strunkel (17.8.05 15:08)
Ey Partisan, niemand will Roscher schönfärben und zu einem verkorksten Linken machen: Aber er ist jedenfalls nicht rechtsextrem oder "Neonazi". Einfach mal die Kirche im Dorf lassen!


Partisan* / Website (17.8.05 15:33)
@ Strunkel

Die Kirche im Dorf ist mir egal. Nein, noch schlimmer: Wenn sie jemand abbrennen würde, wäre ich der Erste der einen Jubelumzug aus Freude über diesen Umstand organisieren würde...

Zum Thema: Und die Definition von rechtsextrem, oder 'Neonazi' ist zwar wissenschaftlich strittig, aber wie gesagt so lange gegen die bisherigen Aktivitäten des Herrn Roscher nur gesagt wird, dass er ja auch schon mal mit einem 'Grünen' geredet hat, oder beruflich nen Scheinsozialisten vertritt, wiegt das niemals seine eindeutig rechtsextremen Aktivitäten auf... und überhaupt als könnte sich ein Neonazi quasi von dem Vorwurf ein braunes Arschloch zu sein 'freikaufen' in dem er ab und zu mal mit einem 'Linken' abhängt, lächerlich.

Nein, im Gegenteil es passt, wie ich vorher schon gesagt haben, wunderbar in die deutsche Querfront von Links nach Rechts, die während der Proteste gegen Harz IV und den Irakkrieg auf der Straße schon wirkungsmächtig wurde... P*

PS: noch eine Frage: Aus welcher Gesinnung speist sich eigentlich das Engagement von Roscher gegen Dieter Bohlen??? Wieso macht er das deutsche Liedgut gegen die 'Popscheiße' stark? bestimmt weil er ein aufgeklärter Liberaler ist...


strunkel (17.8.05 18:10)
@partisan
Gut, dass Du momentan nicht beim Papst-Gipfel in Köln verweilst...Woher soll ich wissen, welche tiefenpsychologischen Dinge Roscher zu seinem Anti-Bohlen-Kram bewogen haben??? Jedenfalls scheint dies keine Attacke gegen Linke zu sein (oder ist Bohlen linker Globalisierungsgegner?)


Partisan* / Website (18.8.05 18:18)
Mir geht es nicht um die Verteidigung 'der Linken', mir geht es hier um die Frage, inwiefwern du auf die Idee kommen kannst, dass Roscher nicht rechtsextrem sei...

Und Köln, ja da will ich gerade nicht hin, zu dem Aufmarsch der Jünger des ehemaligen Hitlerjungen...


(23.4.08 11:58)
Partisan... Du hast einfach nur schlictweg eine Vollmeise. Don Quichote gegen eine Welt voll Nazis! Du bist peinlich und Psychopath obendrein.

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