.... ein Meilenstein aus Berlin.

Neuer spezialdemokratischer Einheitsbrei

Die so genannte Wiedervereinigung in der sowjetischen Zone zwischen SPD und KPD zur SED geschah damals unter dem, bei vielen Kommunisten und Sozialdemokraten, noch sehr stark verwurzelten Eindruck des gerade besiegten Nationalsozialismus, und nat?rlich ein wenig Druck aus Moskau. Nun gibt es eine solche Wiedervereinigung zwischen zwei recht unterschiedlichen linken Parteien abermals, nur unter komplett anderen Vorraussetzungen. Mensch m?sste fast meinen besseren?

Sozialdemokraten aller Couleur, durchaus auch einige autorit?re Kommunisten, vereinigen sich derzeit, wir reden vom Jahr 2005, in einer neuen Linkspartei, die eigentlich nur eine sozialdemokratische ist. Aber was hei?t hier nur. Die beste Erkl?rung f?r den Begriff ?Links? ist ja ein, eher nicht in politischen Kreisen kursierendes gefl?geltes Wort: Links ist bekanntlich dort, wo der Daumen rechts ist.

Also passt das Etikett ?Links? schon ganz gut zu dem sich neu formierenden sozialdemokratischen Haufen? Jaein, zwar sind die rechten Daumen im neuen Konstrukt nicht gerade wenige, aber trotzdem sorgt allein die Ank?ndigung eines neuen Organisierungsversuches, zugegeben von vielen gescheiterten Existenzen forciert, auf dem linken Sektor schon f?r viel Furore. Die Presse sch?umt teilweise?

Aber sie klafft mal wieder weit auseinander; die mediale Erscheinung zur realen Substanz. W?hrend zwar die PDS noch das Wort Sozialismus gelegentlich im Munde f?hrt und die WASG h?chstens eine Linksabspaltung der SPD, so ist doch in den Medien eine Stimmung als sei die KPD wieder auferstanden, und das nicht als Sekte, sondern als Massenpartei. Nun sind aber weder Gregor, noch Oskar gewillt die Revolution, sprich den Umsturz des herrschenden Zustandes zu erk?mpfen, ihre populistische Mobilisierung soll sie ins Parlament tragen. Ihre Parteimitglieder, Anh?nger und W?hler wollen das auch nicht anders. Trotzdem Aufregung in einigen Gassen?

Herrscht etwa die Angst in der Berliner Republik, sie k?nnte sich durch eine neue linke Kraft alsbald in eine sozialistische wandeln? Eher nicht, es ist das altbekannte Sommerloch, Vorwahlkampf und die m?glich Gefahr, dass ein gr??erer Teil der SPD, beim neuen linken Flagschiff anheuert?
Es gibt viele Kandidaten die gerade in der SPD genau rechnen, was sich eher lohnt: Ein Wechsel zur neuen Linkspartei, und damit einen sehr wahrscheinlich guten Listenplatz. Oder die unsichere Ochsentour durch die Gremien der SPD, die auf jeden Fall in den n?chsten vier Jahren nicht so viele gute Posten zu bieten hat.

Wenn Opposition, dann richtig. So oder ?hnlich werden die Abtr?nnigen ihren Wechsel verkaufen. Und Links bleibt dort, wo es schon vorher in diesem Land war: Rechts. Tausende klatschende aufrechte Linksdeutsche haben dies bei den ersten Reden von Oskar ?Populo? Lafontaine vor laufenden Kameras schon zur Gen?ge bewiesen.

Egal wie vehement die neue Partei sich versucht am linken Rand zu positionieren, dadurch das es eh kein Halten f?r Oskar, Gregor, Dagmar & Co. geben wird, bleibt nur ?brig dieses Trauerspiel ein wenig zu beobachten, vielleicht auch manchmal h?misch nach zutreten? Soweit Partisan?

6.7.05 19:43

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