.... ein Meilenstein aus Berlin.

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SCHNIPSEL DER LETZTEN WOCHE

Dass Krankenhäuser keine gute Adresse für den Sommer sind, erstrecht falls dann doch mal die Sonne scheinen sollte, muss ich hier bestimmt nicht lange ausführen. Noch beschissener als selbst der Patient zu sein, dürfte doch noch die Variante sein, dass ein geliebter Mensch die Matratzen im Krankenhaus hüten muss…
Die im Krankenhaus umherlaufenden Weißkittel, eine besonders entmenschlichte Form von Leben auf diesem Planeten, geben mir immer das Gefühl, dass sie das zu lösende Problem statt die Lösung der Probleme sind. Ihre Kompetenzen reichen zwar immer dafür aus mit Begriffen um sich zu werfen, mit denen ein ‚normaler’ Mensch nichts anfangen kann, aber ob sie wirklich einen kranken Menschen von seinem ‚Leiden’ befreien können, steht trotz ihrer Sprachgewalt in den Sternen geschrieben.

So saß ich Anfang der Woche stundenlang in einem weißen Gang, abwechselnd auch in einem, natürlich in weiß gehaltenem Zimmer, und durften mich in meinen Vorurteilen bestätigen lassen. Abends war dann nicht mehr viel zu machen. Hass im Kopf, unendliche Schwere in den Beinen und dann noch diese bepisste Ungewissheit. Doch zum Glück gibbet es ja Freunde… Nach einigen Tagen Delirium, dem Torkeln zwischen Krankenhaus und Wohnung, rissen sie mich einfach aus dem Selbstmitleid heraus… DANKE!

So saß ich am Donnerstag in einem großen Auto und fuhr in die feindlichste Zone von Berlin, nämlich dorthin wo Antiimperialisten noch etwas zu sagen haben, nach Downtown Kreuzberg zur Veranstaltung der Redaktion Bahamas. Es ging um die Anschläge in London, es roch nach Zigaretten und es fehlte der Sauerstoff. Doch dafür fehlte es nicht an interessanten Inputs von den beiden Referenten. Vor allem Uli Krug gab auf dem Podium eine beeindrucken Vorstellung ab. Inhaltlich sehr interessant schaffte er es den Saal vor dem Einschlafen zu bewahren… Krug warf u.a. ein, dass es doch mal zu bedenken sei, ob nicht in Deutschland die 68er damals einfach nur „die jungen Nazis waren, die den alten Nazis, die nicht mehr Nazis sein durften, auf die Pelle rückten“ um in einer konformistische Revolte am Ende dort zu landen, wo sie jetzt sind: Entweder wie Horst Mahler im nationalen Widerstand oder wie Otto Schily und Konsorten auf der Regierungsbank.

Am Freitagmorgen brachte mich eine Mischung aus Musik und Papier wieder auf die Beine: Prinz Porno aus den Lautsprechern und die Jungle World im Briefkasten, die Teenage Mutant Horror Show traf auf Big Beatland. Die Kommunistische Klingelton Kakophonie löste einen Lachflash aus, während die Beats von Pee mich zum Kopfnicken animierten. Ich – der, der zu Porno den Wackeldackel macht - habe dann auch noch den besten Spruch kurz vorm Sex gelesen im Beatland-Comic: „Und jetzt wirst du mal so richtig kommunistisch durchgedüdelt…“ Wow, besser als Stereo Total! Bin schon gespannt, wie es wohl in nächste Woche weiter geht.

Zum Schluss noch ein Filmtipp: nicht der neue Woody Allen Film, obwohl Melinda & Melinda echt Klasse ist, sondern ein etwas älterer von ihm sei Euch hier dringend ans Herz gelegt: „Harry außer sich“. Vorsicht: schaut Euch den Film nicht als Pärchen an! Es könnte sein, dass Mensch an den falschen Stellen lacht, und sich dadurch seine(n) Freund(in) zu(r/m) Feind(in) macht…

Und was war sonst noch? Keine Ahnung: Den neuen Berliner Verfassungsschutzbericht schon gelesen? Euer Haustier passt nicht mehr zu dem aktuellen Lebensentwurf? Veterinärmedizinische Haustierentsorgung… Euer Partisan™

1.8.05 13:13, kommentieren

LINKSPARTEI WILL RECHTE WÄHLER

Wie in der heutigen Ausgabe der Financial Times berichtet wird, möchte Oskar Lafontaine, der Spitzenkandidat der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen, im Wahlkampf um rechtsradikale Wähler werben. „Man darf sie nicht in die rechtsradikale Ecke stellen. Es handelt sich um Verzweifelte, und ich will nicht, dass sie aus Wut und Zorn rechtsradikal wählen“, sagte er wörtlich auf dem Landesparteitag der Linkspartei in Essen.

Desweiteren verteidigte er den Asylrechtsbeschluss von 1993, wonach Flüchtlinge aus „sicheren Herkunftsstaaten“ und bei der Durchreise durch sichere Drittstaaten kein Einreiserecht haben. „Ich halte die Drittstaatenregelung für vertretbar“, sagte Lafontaine. Ebenfalls verteidigte Lafontaine erneut, dass er die Folterdrohung des Frankfurter Polizei-Vize Wolfgang Daschner gegenüber dem Entführer von Jakob Metzler für gerechtfertigt hält. Es habe sich um einen Extremfall gehandelt, in dem Gewaltandrohung gerechtfertigt sei. Und das Ende der Story: Lafontaine wurde mit 80 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz der Landesliste gewählt.

Schon interessant wie groß und braun ein Arschloch sein muss, dass es einen Spitzenplatz bei der Linkspartei erhält. P™

1.8.05 13:54, kommentieren

HAKENKREUZE AM AMTSGERICHT

Der Hausmeister des Amtsgerichts Friedrichshain-Kreuzberg bemerkte am 27. Juli 2005 gegen 7 Uhr, dass Unbekannte das Gebäude mit nationalsozialistischen Symbolen beschmiert hatten.

Vier Hakenkreuze befanden sich an der Hauswand in der Möckernstraße und weitere vier an den Glastüren in der Kleinbeerenstraße in Kreuzberg. Die Täter sprühten die Zeichen mit roter Farbe in der Größe von ca. 50 x 50 cm auf. Eine Videoüberwachung des Außenbereichs des Amtsgerichts ist nicht vorhanden. Die Polizei fotografierte die Sachbeschädigung. Der Staatsschutz ermittelt.

1 Kommentar 1.8.05 14:06, kommentieren

USCHI GLAS UND IHR RECHTER ANWALT

Prominente habe es schon nicht leicht: Da zeigte die Schauspielerin Uschi Glas in einer Schweizer Illustrierten ihren deutschen Personalausweis mit Stolz daher und ahnte anscheint nicht, dass zwei Berliner Polizisten auf die Idee kommen könnten, mittels ihrer Personalausweisnummer einige Ermittlungen gegen Internet-Pornoanbieter anzustellen. Doch damit nicht genug der Gemeinheit gegenüber der Frau Glas:

Letzte Woche wurde ihre Klage auf 20.000 Euro Schmerzensgeld vor einem Berliner Gericht verhandelt. Die Richterin Anne-Kathrin Becker schien, laut Berliner Zeitung, schon zu Beginn keinen Hehl daraus zu machen, dass sie der Klage negativ gegenüber steht. Und so kam es dann auch: Antifaschisten kennen dies ja zur Genüge, wenn es vor Gericht gegen Polizeibeamte geht, dann wissen die Richter schon recht häufig vor dem offiziellen Bekanntgebung, wie das Urteil aussehen wird. Aber das ist heute nicht Thema: Interessant an diesem Justizgeplänkel ist einzig folgende Tatsache, die ein Prozessbeobachter knallhart auf den Punkt brachte: "Uschi Glas ihr Anwalt war ein Neonazi, und ist es wahrscheinlich immer noch!"

Ein Neonazi - der Anwalt von der Uschi und ihrem Sohn Benjamin Tewaag?

Ja, so drastisch wie es der Beobachter ausdrückte ist es auch... Es handelt sich bei dem Anwalt um Markus Roscher, der in den letzten Jahren viele Schlagzeilen dadurch machte, dass er die Firma der rechtsextremen Bekleidungsmarke 'Thor Steinar' vor Gericht vertrat und außerdem sein Glück als Jammerbarde versuchte.

Früher war der 'Nationalliberale' ein Ziehsohn von Jürgen W. Möllemann. Aber schon früh wandte sich Roscher von seiner Mutterpartei ab. Ende der 90er Jahren war er dann gemeinsam mit seinem Anwalts-Kompagnon Eckart Johlige kurz in dem rechten Sammlungsversuch Bund freier Bürger (BFB) aktiv. 1997 organisierte der Burschenschaftler mit dem Rechtsökologen und ehemaligen Grünen-Mitglied Alfred Mechtersheimer, der sich in den 90er Jahren »als Theoretiker und Praktiker des nationalen Befreiungskampfes für ein neues Deutschland« verstand, eine Veranstaltung, um dann gleich ein Jahr später gemeinsam mit dem Busenfreund Thorsten Witt, dem Vorsitzenden des Berliner BFB, gegen das damals gerade geplante Holocaust-Mahnmal zu demonstrieren. Roscher selbst war eine zeitlang stellvertretender Vorsitzender des BFB.

Danach wechselte er, nicht wie einer seiner Kameraden aus dem Berliner BFB, Rene Bethage, zur NPD, sondern zur CDU. Dort versuchte er im Kreisverband Pankow sehr energisch Kandidat für den Bundestag oder wenigstens den Landtag zu werden. Doch auch die Unterstützung durch CDU-Rechtsaußen Heinrich Lummer nützte nichts. Nach einigen Querelen erkannten sogar in der Pankower CDU einige Mitglieder, dass der Roscher ein wenig zu extrem für sie war...

8 Kommentare 1.8.05 17:14, kommentieren

IRAN: DER RADIKALE AUFSTEIGER

von Bahman Nirumand

Vor seiner Wahl zum Staatspräsidenten fand der Kandidat noch einmal markige Worte: "Wir werden wieder zu einem lupenreinen islamischen Gottesstaat zurückkehren", versprach Mahmud Ahmadinedschad, bevor er im zweiten Wahlgang gegen den Favoriten, den einflussreichen Exstaatspräsidenten Haschemi Rafsandschani, ins offiziell höchste Staatsamt des Iran gewählt wurde.

Wenige Monate zuvor war Ahmadinedschad außerhalb der Hauptstadt selbst im Iran kaum bekannt. Für das Ausland war er sowieso ein Nobody.

Wer ist dieser Mann, der in den nächsten vier Jahren an der Spitze der Exekutive eines der wichtigsten Länder des Nahen und Mittleren Ostens stehen soll?

Der Unbekannte war zweieinhalb Jahre zuvor zum Bürgermeister von Teheran gewählt worden - mit ganzen 12 Prozent aller Wählerstimmen. Von den Reformern um Präsident Chatami enttäuscht, hatten überhaupt nur 25 Prozent der Teheraner Wähler an der Kommunalwahl teilgenommen. Ahmadinedschad präsentierte sich trotzdem als "Mann des Volkes", als Anwalt der Habenichtse und als frommer Muslim, der im Namen Gottes soziale Gerechtigkeit walten lassen wird.

Vor seiner Wahl hatte selbst Geheimdienstchef Ali Yunessi gewarnt. Sie sei nicht im Interesse des Staates, schrieb er dem Teheraner Stadtparlament und fügte einige Unterlagen zur Begründung bei. Um welche es sich genau gehandelt hat, ist bis heute nicht bekannt. Die Warnung wurde jedenfalls ignoriert.

Viel hat Ahmadinedschad als Bürgermeister nicht vorzuweisen. Er ließ einige Kulturhäuser schließen und übergab deren Budget den Moscheen. Sein Wunsch, auf jeden größeren Platz der Hauptstadt ein Denkmal für die Märtyrer zu setzen, war selbst radikalen Islamisten zu abwegig, um in Erfüllung zu gehen.

Nach dieser Bilanz hielt es niemand für aussichtsreich, als sich Ahmadinedschad um das Präsidentenamt bewarb. Selbst als der Wahlkampf auf Hochtouren lief, spielte er im Vergleich zu den anderen drei Kandidaten der Konservativen kaum eine Rolle. Er hielt sich im Hintergrund. So wurde er von den Medien kaum beachtet. Kein Journalist hielt es für nötig, seine Vergangenheit zu beleuchten.

Erst zwei Tage vor dem ersten Wahlgang schoben ihn die Radikalislamisten plötzlich nach vorn. Als er gegen Rafsandschani in die Stichwahl kam, wurden Vorwürfe von Manipulation und Wahlfälschung laut. Jetzt lief der Propagandaapparat der Radikalkonservativen erst richtig an. Innerhalb einer Woche mobilisierten sie die Habenichtse, dazu all die, die in militärischen und paramilitärischen Einrichtungen beschäftigt sind, und präsentierten Mahmud Ahmadinedschad als Retter.

Der Unbekannte wurde zum Präsidenten gewählt. Am 24. Juni war eine der zwielichtigsten Figuren des Iran ganz oben angekommen.

Seinen Weg dorthin hatte der heute 49-jährige Ahmadinedschad zur Zeit der Revolution als Student an der Technischen Hochschule in Teheran begonnen. Über seine damaligen politischen Aktivitäten ist wenig bekannt. Er selbst sagt, er sei Mitglied der "Studenten der Linie Imam Chomeini" gewesen. Von dieser Organisation, die Revolutionsführer Chomeini nahe stand, ging 1979 die Initiative zu der Geiselnahme amerikanischer Botschaftsangehöriger in Teheran aus. Ahmadinedschad behauptet jedoch, daran nicht beteiligt gewesen zu sein. Demgegenüber meinen einige Geiseln, ihn auf Fotos wiederzuerkennen. Ahmadinedschads Sprecher sagt, er sei damals aufgrund seiner stark antikommunistischen Einstellung eher dafür gewesen, statt der US-amerikanischen die sowjetische Botschaft zu besetzen. Von den damaligen Geiselnehmern sagen einige, Ahmadinedschad sei später hinzugekommen. Die USA bemühen sich nun um Klarheit.

Unbestritten ist, dass Ahmadinedschad Mitglied der paramilitärischen Sepah-e Ghods (Armee Jerusalem) war und dort in der Abteilung für Auslandsoperationen, die auch in Europa gegen iranische Oppositionelle eingesetzt wurde, aktiv war.

Es gibt handfeste Indizien, dass Ahmadinedschad 1989 bei dem Mord in Wien an dem Vorsitzenden der Demokratischen Partei des iranischen Kurdistan, Abdolrahman Ghassemlu, und zwei anderen Parteimitgliedern beteiligt gewesen war. Über den Mord hat ein Zeuge, der inzwischen als "Zeuge D" bekannt geworden ist, bei einem vertraulichen Gespräch mit dem früheren Staatspräsidenten Abol Hassan Bani Sadr in dessen Pariser Exil einen detaillierten Bericht vorgelegt. Der "Zeuge D" hat dabei Ahmadinedschad schwer belastet. Am 13. Juli 1989 schlugen die Täter, in zwei Gruppen aufgeteilt, zu. Die erste Gruppe sollte den Mord erledigen. Im Falle des Scheiterns sollte die zweite Gruppe unter der Leitung von Ahmadinedschad den Auftrag übernehmen. Doch alles lief reibungslos. Nur einer der Täter wurde verletzt und kam ins Krankenhaus. Die anderen konnten noch am selben Tag Österreich verlassen. Auch der Verletzte konnte später trotz Mordverdachts mit ausdrücklicher Zustimmung der österreichischen Regierung in den Iran fliegen. Die beiden Mörder, Taghipur und Asgari, sind inzwischen auf mysteriöser Weise ums Leben gekommen.

Bani Sadr hat den Bericht an den grünen Politiker Peter Pilz, Mitglied des Sicherheitsausschusses im österreichischen Parlament, weitergeleitet. Pilz ist seit Jahren mit dem Fall beschäftigt. Er hörte selbst den "Zeugen D" in Paris an und zeichnete die Aussagen auf. Pilz bestätigte, dass sich diese Aussagen mit seinen eigenen Recherchen deckten, und erklärte: "Ich werde alles tun, damit die Verfolgung der Täter durch die österreichische Justiz wieder aufgenommen wird." Für ihn stehe fest, dass Ahmadinedschad eine Gruppe der Täter geleitet hat. Doch Österreichs Justiz zögert noch. Immerhin will sie den "Zeugen D" erst einmal anhören.

Ahmadinedschad werden noch weitere Beteiligung an Attentaten im Ausland nachgesagt. Er soll unter anderem an dem Mordanschlag gegen den letzten Ministerpräsidenten des Schahs, Schahpur Bachtiar, in Paris beteiligt gewesen sein.

Der designierte Staatspräsident gehört zum militärischen Arm des Gottesstaates. Hier hat er seine Basis. Die militärischen und paramilitärischen Einrichtungen, die mit Chomeinis Machtübernahme 1979 als Alternative zu der damals schahfreundlichen Armee gegründet wurden, rekrutierten sich vorwiegend aus jungen Männern, die begeistert von der Revolution und ihrem Führer Ajatollah Chomeini zu jedem Opfer bereit waren. Aus ihrer Sicht sind Morde an Gegnern der Islamischen Republik ein notwendiger Akt im Dienste des Glaubens.

Während diese Generation die Lasten des achtjährigen Krieges gegen den Irak und des darauf folgenden Wiederaufbaus getragen hat, hielten Männer wie Rafsandschani die Zügel der Macht in der Hand und kamen zu enormem Reichtum.

Diese grauen Eminenzen sind trotz ihrer fundamentalistischen Ansichten inzwischen moderater geworden - aus der Sicht der jüngeren Radikalislamisten wie Ahmadinedschad ein Verrat an der Revolution. Diese sehen nun den Zeitpunkt für eine Abrechnung gekommen und fordern die ganze Macht. Sie eroberten bei den Kommunalwahlen vor zweieinhalb Jahren die meisten Stadt- und Gemeinderäte und vor anderthalb Jahren die Mehrheit im Parlament.

Jetzt sind sie in ihrem Marsch an die Spitze der Exekutive angekommen. Der Machtkampf in der Islamischen Republik wird nicht mehr allein zwischen den Reformern und Konservativen geführt, sondern zunehmend auch innerhalb der Konservativen.

Ahmadinedschad hat kaum innenpolitische Erfahrung, außenpolitisch ist er völlig ahnungslos. Er hat sich nach seinem Wahlsieg die Maske eines moderaten, weltoffenen Politikers aufgesetzt. Aber selbst wenn er diese Rolle weiterspielen wollte, würden diejenigen, die seinen Aufstieg gefördert haben, ihn daran erinnern, dass im Gottesstaat die Ideologie immer Vorrang vor der Politik hat.

Es ist also nicht zu erwarten, dass er aus der konservativen Phalanx ausscheren wird. Seine Ankündigungen sind deutlich. "Wir lassen nicht zu, dass die mit dem Blut unserer Märtyrer getränkte Erde unseres Landes von Fremden, antiislamischen Kräften okkupiert wird", versprach er und fügte hinzu, dass der Iran eine dritte islamische Revolution brauche, eine Revolution, die "alles Verderbliche hinwegfegt, die Gerechtigkeit walten lässt und den Armen und Barfüßigen Wohlstand bringt". Außerdem habe der Iran ein Recht auf den Besitz der Atomtechnologie und "dieses Recht werden wir uns niemals nehmen lassen".

Aller Voraussicht nach werden sich die bevorstehenden Verhandlungen Irans mit der EU noch schwieriger gestalten als befürchtet. Sollte es sich herausstellen, dass der neue Präsident an der Geiselnahme und an Morden beteiligt gewesen war - welche Regierung würde es dann noch wagen, diesen Mann als Gast zu empfangen?


Quelle: taz Nr. 7730 vom 1.8.2005

2.8.05 12:49, kommentieren

BERLINER NPD WÄHLTE

Wie der JN-Stützpunkt Nordost mit vollem Stolz berichtet, hat der Landesverband Berlin der NPD seinen 1. außerordentlichen Parteitag am 24. Juli 2005 hinter sich gebracht. Hier Auszüge aus dem Bericht der Kackbratzen:

"Als führende Parteimitglieder waren Udo Voigt, Claus Schade, Georg Magnus, Eckard Bräuninger, Jörg Hähnel und Stella Palau anwesend.

Der Landesvorsitzende der Berliner NPD, Claus Schade, eröffnete den Parteitag und erklärte den weiteren Ablauf. Er übergab danach das Wort an Hr. Tönhard , dem Landesvorstizenden unseres Bündnispartners DVU. Welcher Grüße von seiner Partei übersannte und seine Freude zum neuen Rechtsbündnis aussprach. Weiterhin sprach der ehemaliege Landesvorsitzende der Republikaner Dr. Konrad Voigt, welcher sich bedauerlich zeigte, dass die momentane Führung der REP´s sich gegen den Beitritt des Rechtsbündnis aussprach. Er übersannte Grüße von Mitgliedern der REP´s, die den Kampf zum Beitritt in das Rechtsbündnis noch nicht aufgegeben haben. Als nächster Redner folgte unser Parteivorsitzender Udo Voigt, der sich bei den vorhergehenden Rednern bedankte und mit seiner zwar langen, aber kämpferischen Rede, den Saal fesselte. Am Ende seiner Rede erklärte er den Ablauf der Listenplatzwahlen und eröffnete diese. Es wurden 13 Kandidaten in die Liste gewählt, darunter nicht nur NPD- Mitglieder, sondern auch Anhänger der DVU und der freien Kräfte. Jeder Kandidat stellte sich vor und sprach ein paar Worte zu seinem Antritt zur Wahl.
In den Zählpausen der Wahlen sprachen unter anderem der berliner Schatzmeister Georg Magnus, Thomas “Steinar” Wulff, Stella Palau und Eckard Bräuninger. Um die Zeit abwechslungsreicher zu gestalten, spielte Jörg Hähnel auf seiner Gitarre,bevor er die neuen Wahlplakate vorstellte."

QUELLE.

1 Kommentar 2.8.05 13:10, kommentieren

TÄTERKINDER KOMMEN ZU WORT

Berlin (epd). Zu einer Podiumsdiskussion mit Kindern aus so genannten Täterfamilien der NS-Zeit lädt das Jüdische Museum Berlin am 11. August ein.

Erwartet werden dazu der 71-jährige Journalist Hartmut Topf, ein Nachfahre der Inhaber der KZ-Ofenbauer-Firma Topf & Söhne, sowie der Filmemacher Malte Ludin (geboren 1942), Sohn des SA-Obergruppenführer und NS-Gesandten in der Slowakei, Hanns Elard Ludin. Ludins Film «2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß» ist zur Zeit in den Kinos zu sehen.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und findet begleitend zu der noch bis zum 18. September dauernden Ausstellung «Techniker der Endlösung: Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz» statt.

3 Kommentare 2.8.05 13:43, kommentieren

AL KAIDA`s NEUE PROPAGANDA

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass ein neues Online-Magazin des islamistischen Terrornetzwerkes AL KAIDA erschienen ist:

"A new online magazine purportedly posted by al-Qaida’s affiliate in Iraq has launched an effort to recruit Muslims to rid Iraq of infidels and apostates — its names for Americans and their Iraqi partners.

The colorful, well-designed magazine is named Zurwat al-Sanam, Arabic for “The Tip of the Camel’s Hump” — a reference among Islamic militants to “the epitome of belief and virtuous activity”."

Ein Bild des Covers findet ihr hier. P™

2.8.05 13:49, kommentieren

INSULIN FÜR OSAMA?

Hamburg (ots) - Terroristenführer Osama Bin Laden ist Diabetiker und offenbar von Mitgliedern einer Duisburger Al-Qaeda-Zelle medizinisch versorgt worden. Das geht aus Recherchen des Hamburger Magazins stern hervor, die in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe veröffentlicht werden.

Der Deutsche Christian Ganczarski, der in das Attentat vom 11. April 2002 auf der tunesischen Touristeninsel Djerba verwickelt sein soll, hat den Terror-Chef demnach mit dem lebensnotwendigen Stoff versorgt. Als der zum Islam Konvertierte mit seiner Familie Ende 1999 nach Afghanistan auswanderte, nahm Ganczarski eine Jahresration Insulin für seine achtjährige zuckerkranke Tochter T. mit. Die Familie zog damals in das Al-Qaeda-Camp bei Kandahar, wo auch Bin Laden lebte. "Die beiden haben sich mit Insulin ausgeholfen. Die Krankheit von Ganczarskis Tochter hat sie zu Leidensgenossen gemacht.", sagte ein französischer Ermittler dem stern.

Ganczarski arbeitete für Bin Laden als Kurier, Computer-Fachmann und Logistiker. Er ging bei ihm ein und aus wie nur wenige Kampfgefährten des notorisch misstrauischen Anführers aus Saudi-Arabien und hielt sich noch nach den Anschlägen des 11. September in Afghanistan auf. Ganczarski sitzt seit Juni 2003 in Frankreich in Haft. Die Ermittler dort halten ihn für "den größten Fisch, der bislang in Europa ins Netz ging".

1 Kommentar 2.8.05 16:58, kommentieren

NAZIS RAUS!

Das nenne ich mal konsequenten Antifaschismus:

"CHICAGO, Illinois (AP) - An aging Chicago carpenter should be stripped of his U.S. citizenship because he was a member of a police unit that helped the Nazis round up Ukrainian Jews for forced labor and death camps during World War II, federal attorneys argue.
"He acquiesced in conduct contrary to civilization and decency," government attorney Gregory Gordon told U.S. District Judge Samuel Der-Yeghiayan as a civil trial against Osyp Firishchak began Monday."

Quelle.

3.8.05 13:24, kommentieren